Schulungsseminare

Schulungsseminare für Krisentherapie und Spirituelle Begleitung

Der Ausdruck „Krisentherapie“ stammt ursprünglich von Lawrence Le Shan*. Er entwickelte ihn in der Arbeit mit Krebspatienten, nachdem er erfahren hatte, dass die klassische psychoanalytische Methode ohne wesentliche Korrekturen nicht einfach auf chronische und vom Tode bedrohte Patienten angewendet werden kann.

In der Krisentherapie gilt – ähnlich wie in den humanistischen Verfahren – der Grundsatz, dass im „Hier und Jetzt“ gearbeitet wird, und dass Übertragungen, Abwehrmechanismen und Projektionen, die aus der Geschichte des Patienten herrühren, nur dann und nur so weit bearbeitet werden, als sie im Hier und Jetzt für den Patienten erlebbar und „mit ihm“ (d.h. als von ihm selbst gewolltes Projekt) bearbeitbar werden.

Die Krisentherapie ist darauf ausgerichtet, den Klienten oder Patienten zu begleiten im Wieder- oder Neu-gewinnen

  • seiner verlorenen Orientierung, nämlich durch ein realistisches Erfassen der ihm gegebenen Wirklichkeit,
    von Perspektiven, die im Einklang mit seiner bisherigen, ihm eigenen Geschichte stehen,
    der ihm jetzt möglichen und sinnvollen Ziele und Aufgaben,
    und schließlich eines differenzierten und angemessenen Selbstverhältnisses.

In krisenhaften Grenzerlebnissen wird oft zugleich eine „spirituelle“ Dimension erlebt. Dabei wird das, was Menschen als Unglück und Grenzsituation ihres Lebens erfahren, zugleich in einem Deutungszusammenhang von Schuld, Schicksal, Fluch, Herausgerufen- oder Beauftragtsein erlebt. Solche Deutungen, die manchmal nur unbewusst wirksam werden, üben einen wesentlichen Einfluss auf die Genesungsfähigkeit des Menschen aus. Sie erfordern in der Krisenbegleitung besondere Achtsamkeit und Behutsamkeit vom begleitenden Therapeuten, die spezieller Schulung bedarf („spirituelle Begleitung“).

Methodisch bezieht Krisentherapie systemische und soziologische Gesichtspunkte in ihre grundsätzlich tiefenpsychologisch orientierte Arbeitsweise ein.

Schulungsseminare werden auf die aktuell anfragende Berufsgruppe und die jeweils gegebenen Anforderungen abgestimmt. Sie können unterschiedliche Elemente enthalten: Lehrveranstaltungen, Seminare, fallorientierte Supervisions- und Selbsterfahrungsgruppen.

Vornehmlich ist die Arbeitsweise auf Seminare von 8 bis 12 Teilnehmer ausgerichtet, damit neben der Lehre genügend Selbsterfahrungsmomente, Gruppenarbeit und Fallkonferenzen eingebunden werden können.